warumdasganze

Warum das ganze?

Tja, warum tut man sich das an?

Mit ca. 17 Jahren war ich öfter mal mit einer Gruppe junger Menschen unterwegs. Einer unter ihnen, ein Pater, erzählte uns von „den drei christlichen Pilgerwegen, von denen einer bis Spanien geht“. Schon damals war ich für Extreme zu haben und sagte ganz leichtfertig „den geh ich mal, von da bis Spanien!“ Kein Mensch kannte damals den Jakobsweg und schon gar nicht jemanden, der das schon mal gemacht hat. Aber mir ist dieser Gedanke nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Ich weiß noch, dass ich Sepp davon sogar vor unserer Hochzeit erzählt habe, dass ich da mal ein halbes Jahr weg bin. Ich glaube er und viele andere haben das viele Jahre nicht ganz ernst genommen – aber wer mich kennt, weiß um meinen Sturschädel.

Besonders in der Zeit als ich krank war gab mir die Vorstellung, diesen Weg zu gehen, Kraft und Zuversicht. Ich erinnere mich noch an das erste Buch über den Jakobsweg, das ich las – es war auf englisch. Dann fand ich eine Galerie in Salzburg wo Bücher zum Jakobsweg in der Auslage standen. Eine ganze Woche lang schlich ich daran vorbei um mir dann doch ein Herz zu fassen und hineinzugehen, um nach den Büchern zu fragen. (Ich – in einer noblen Galerie in der Salzburger Innenstadt, das ist mir damals wirklich schwer gefallen.) Dort traf ich zum ersten Mal einen Menschen, der den Weg gegangen ist. Viele Jahre hindurch besuchte ich die Galerie jedes mal, wenn wir in Salzburg bei der Päd. Werktagung waren. Der Funke der Faszination war übergesprungen.

Seit vielen Jahren wird der Gedanke immer konkreter. Viele Male habe ich über meinen Plan erzählt, immer wieder habe ich versucht einen passenden Zeitpunkt zu finden, einmal habe ich schon verschoben. Im letzten Jahr habe ich dann begonnen die Zeitspanne meiner  Reise zu fixieren. Bei einer Arbeitssitzung hat es dann eine ganz liebe, langjährige Kollegin so ausgedrückt:“ Seit ich dich kenne redest du davon. Jetzt wird es Zeit endlich zu gehen!“ Danke…

Mein Leben hat mich reich beschenkt: mit einer großartigen Familie, mit lieben Freunden, mit tollen Begegnungen im Beruf! Doch nun ist es Zeit etwas ganz allein für mich zu tun – ich werde diesen Weg am 14. April, dem Geburtstag meiner verstorbenen Mutter, beginnen!

Mittlerweile ist der Jakobsweg fast eine Modeerscheinung geworden – viele Menschen sind der Faszination erlegen. Ich bin mir ganz sicher, dass es Momente geben wird, wo ich mich frage warum ich mir das antue. Wer mich kennt weiß, dass ich nicht gerade die sportlichste bin – trotzdem will ich es versuchen! Aber ich bin zäh – das könnte mir helfen! Es geht nicht darum anzukommen, es geht darum anzufangen!

Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die über ihre Erfahrungen auf diesem Weg bereichten, will ich weder etwas finden noch etwas suchen. Ich möchte nichts großartiges verändern – mein Leben könnte nicht besser sein! Ich möchte jeden Augenblick dieses Weges im Moment, in der Gegenwart, erleben und spüren was JETZT dran ist!

DANKE an all jene die es mir ermöglichen diese Auszeit zu nehmen!