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Urlaubsmodus

Ich habe herrlich geschlafen und Sepp war glaube ich froh von diesem Gemeinschaftsquartier weg zu kommen. Doch vorher liesen wir uns zum Frühstück wieder mein Lieblingsbrot von Frau Mayer aus Gossam schmecken. Das war mein einziger Wunsch an Sepp als er mich fragte ob er was mitbringen soll. „Ja bitte, bring mir gutes Brot!“ Das ist eines der wenigen Dinge die mir hier fehlen. An die Art zu frühstücken hab ich mich schon gewöhnt. Zu Beginn fand ich es seltsam, dass man hier zum Frühstück seinen Kaffee oder Tee aus der Müslischale trinkt und kein Teller verwendet. Zum Abendessen gibt es immer mehrere Gänge in einer Reihenfolge die für uns untypisch ist. Zum Beispiel bekamen wir schon oft den Salat erst nach dem Hauptgericht. Das Teller und Besteck wird das ganze Essen hindurch behalten. Dafür wird auch in eher einfachen Haushalten eine Stoffserviette verwendet. Das Essen schmeckt mir ausgezeichnet, Voraussetzung ist allerdings hier in der Gegend, dass man gerne Ziegenkäse isst.

Heute war es wieder sehr heiß und es bleibt auch in den nächsten Wochen so. Dass tut mir für Sepp sehr leid, denn er mag die Hitze gar nicht. Zu Hause verkriecht er sich da am liebsten im Haus und hier soll er mit mir pilgern. Ich freu mich ja über seinen guten Willen, aber das will ich wirklich nicht, dass er hier leidet. Darum habe ich von Pilgermodus auf Urlaubsmodus umgeschaltet, denn eigentlich ist das ja auch unser gemeinsamer Urlaub in diesem Jahr. Mit diesem „umschalten“ erspare ich mir den gedanklichen Stress, dass ich weiterkommen will und das schlechte Gewissen. So werden wir von einem Hotel ins andere buchen und dazwischen jeden Tag ein paar Stunden gehen, wenn es die Hitze zulässt. Heute Sind wir bis Mittag gegangen, haben dann ein Hotel gesucht und den Pool genutzt und sind am Nachmittag nochmals 10 km gegangen. So sind wir bis St. Jean de Laur gekommen.

FRA St. Jean de Laur, Mittwoch der 24.6.2015, 23 km