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Es lohnt sich hinter die Fassade zu sehen

Heute war uns das Wetter gnädig. Am Vormittag war es bewölkt und sehr angenehm zu gehen. Wir haben das gleich ausgenutzt und sind um ein paar Kilometer zu sparen auf der Straße gegangen. Das ist uns dann am Nachmittag sehr entgegengekommen, denn wir waren früher am Ziel.

Hier ist die Vegetation wieder sehr üppig und es ging durch Walnußplantagen und durch Weizen- und Sonnenblumenfeldern. Besonders beeindruckt hat uns das mittelalterliche Städtchen Lauzerte. Die kleinen Gassen und entzückenden Winkel laden zu einer ausgedehnten Rast ein. Am Markt kaufen wir regionale Produkte für die Mittagspause ein und die Auswahl fällt echt schwer. Müßte ich nicht alles tragen, so hätte ich viel mehr eingekauft. An diesen Ort werde ich mich noch oft erinnern.

Am Nachmittag geht es dann durch Obst- und Weinplantagen. Ein netter Mensch hat einfach eine Steige Kirschen für die Pilger hingestellt und ein andermal gibt es Kaffee und frisch gebackene Muffins zur Selbstbedienung vor einem Haus.

Ich durfte heute wieder was für’s Leben erfahren, zwar nicht besonders neu aber eindrücklich: es lohnt sich hinter die Fassade zu schauen! Ich habe im Internet unser heutiges Quartier gebucht. Als wir darauf zugingen schickte ich ein Stoßgebet zum Himmel mit der Bitte, dass es aber nicht dieses Haus da vor uns sein soll. Während ich noch vor dem Haus mit Sepp beratschlagte ob wir uns nicht doch was anderes suchen sollten, winkte uns eine englisch sprechende Mitpilgern, mit der wir tagsüber schon ein paar Worte gewechselt hatten, herein mit dem Hinweis, dass es Innen sehr schön ist. Und wirklich erwartet uns ein schönes, kühles und sauberes Zimmer.

Da die nächsten Tage sehr heiß werden sollen haben wir kurzerhand beschlossen ans Meer zu fahren. Wir gehen morgen noch bis Moissac, fahren dann mit dem Zug nach Toulouse um uns dort ein Auto zu mieten und an die Südküste Frankreichs zu kommen.

FRA L’Auberge de l’Aube Nouvelle, Samstag der 27.6.2015, 21 km