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Das vierte Land 

Heute gibt es nicht viel zu lesen, denn der Übergang über die Pyrenäen war anstrengend und drum bin ich sehr müde aber es war auch unglaublich schön. Ich hoffe, dass das auf meinen Fotos erkennbar ist – und das sind heute viele. Also macht es euch gemütlich, holt euch einen Kaffee oder ein Bier oder sonst was Gutes, dann die Beine hochlegen und genießen. Lasst euch einwenig nach Spanien entführen.

Ich hatte vor den vielen Höhenmetern großen Respekt und hab mir darum gewünscht nicht alleine nach oben klettern zu müssen. Schon auf den ersten Kilometern hörte ich soviele Menschen deutsch sprechen wie im ganzen letzten Monat nicht. Es war abwechslungsreich diese Menschen kennen zu lernen und nebenbei erledigten wir die Höhenmeter. Da war ein Vater aus Vorarlberg mit seinen beiden Söhnen, die drei Freundinnen aus Deutschland, das Paar aus dem Burgenland, der Biker mit dem schweren Rucksack,… Bei den letzten Höhenmetern ist mir bewußt geworden, dass ich unbemerkt in eine mir sehr gut bekannte Rolle gefallen bin: ich hab begonnen zu vernetzen, mir überlegt wann und wo sich diese Menschen treffen und austauschen könnten, mich gesorgt ob alle diese schwere Etappe auch gut schaffen werden,… aber ich habe meinen eigenen Rythmus beim Gehen beibehalten (na wenigstens das). Ich hab für mich beschlossen, dass ich auf diesem Weg nicht ungefragt in altbekannte Rollen schlüpfen möchte. Um das für heute gleich mal auszuschließen bin ich an der großen Herberge, wo heute fast alle übernachten, vorbei und noch 7 km gegangen.

Ein Gedanke noch der mich beschäftigt: als eine der Wenigen, die soweit gegangen ist war die Strecke heute leicht machbar. Allerdings weiß ich, dass die Vielen für die heute erst der ersten Tag war, eine Megatour hatten. Ich glaube, dass ich viel besser dran bin mit meiner Entscheidung einmal den ganzen Weg zu gehen, denn jene die immer nur für einige Wochen gehen, müssen jedes Mal wieder durch die Wehwechen der ersten Tage durch. Mittlerweile ist meine Kondition recht gut und ich bin stolz darauf, dass Tagestouren mit 35 km zum Durchschnitt werden, vorausgesetzt es hat angenehme Temperaturen. Auf wunderbare Weise ist Nachschub von daheim bei mir angekommen und so hatte ich heute an der höchsten Stelle ein Picknick mit Mannerschnitten und Jauerlinger Bergquellwasser – ich glaube der Berg hat schon viel erlebt, aber das noch nicht!

Und nun genießt die Bilder…

ESP Espinal, Montag der 13.7.2015, 36 km