Vogeltenn

…und wenns genug geregnet hat, dann hört es wieder auf

Für jene die das nicht wissen: ich habe in meiner Kindheit im Vogeltenn in Schrems gelebt und war ganz überrascht, dass es diesen Straßennamen auch hier in Waidring gibt.

Mein Weg hat mich heute fast immer entlang des Baches geführt und ich hab ihn mir mit Millionen von Schnecken und Regenwürmern geteilt und es war echt eine Herausforderung alle Vorrangregeln zu beachten, sodass niemand zu Schaden kam. Das Schwätzchen mit dem Feuersalamander war da schon gemütlicher. Ansonsten war es sonst sehr einsam heute – eh klar, wer geht schon bei so einem Sauwetter freiwillig nach draußen? An einer Stelle des Weges hab ich mich intuitiv dafür entschieden den markierten Weg zu verlassen und anders zu gehen. Das hat sich als großer Segen erwiesen, denn nach 6 km wären die Wege wieder zusammengekommen, wenn man die Fußgeherbrücke hätte benützen können. Aber die war wegen starker Beschädigungen durch ein Hochwasser gesperrt. Ich war heilfroh meinem Bauchgefühl gefolgt zu sein, denn sonst hätte ich den Weg retour müssen. Übrigens hier blühen die ersten Erdbeeren!

Ich hab heute mein viertes Bundesland erobert. Am Anfang des Weges vor genau 2 Wochen habe ich mit Birgit und Christa noch nach den ersten Nummerntafeln im nächsten Bezirk gesucht, dann bin ich umgestiegen um mich an den Wappen am Nummernschild zu orientieren und langsam wird es greifbar, dass bald die ganzen Tafeln anders aussehen werden. Es hat heute die ganze Zeit über so dahingeregnet und nach 22 Kilometer hab ich aufgegeben.

Nun sitz ich in Waidring im Kaffeehaus und hoffe auf ein Quartier hier im Ort. Aber vorher lese ich noch die Mails von heute. An so einem kalten, nassen Tag wie heute tun eure Worte doppelt gut. Ich freu mich so über die lieben Gedanken die über Mail zu mir flattern. Das gibt mir so viel Kraft und obwohl es natürlich wäre, dass das mit der Zeit weniger wird weiß ich schon jetzt, dass mir das fehlen wird. Ich hab so viele, liebe Menschen um mich und hab nun endlich genug Zeit um die tiefe Dankbarkeit dafür zu spüren!

AUT Waidring, Dienstag der 28.4.2015, 22 km