image

Siesta

Da heute schlechtes Wetter angesagt war hab ich einmal länger geschlafen und bin am Morgen in Leon noch zur Hl. Messe gegangen die sehr, sehr schön war. Es ist schon seltsam worauf man seine Antennen schärft, wenn man die Sprache nicht versteht.

Im Nieselregen ging es fast 2 Stunden durch Vorstadt und Industriegelände – mal ehrlich, wer könnte da in Euphorie verfallen?  Nun zweigt sich der Weg recht oft in verschiedene Varianten, wobei die schönere natürlich meist auch die längere Wegstrecke bedeutet. Aber diesen Luxus leiste ich mir nun da die Herbergen dort kleiner sind und weniger Pilger unterwegs sind. Heute z.B. bin ich in einer privaten, sehr sauberen und netten Herberge die bis zu 24 PilgerInnen aufnimmt. Die Übernachtung kostet € 8,– und das dreigängige Menü ebenfalls. Der Luxus einer Waschmaschine für uns PilgerInnen macht die Sache noch komplett! Nach der Dusche wird Siesta gehalten – daran könnte ich mich gewöhnen – danach getratscht, reflektiert, Tagebuch geschrieben und der nächste Tag geplant bis es dann Abendessen gibt. Dann genieße ich das allabendliche treiben auf der Straße …

Übermorgen werde ich am Cruz de Ferro sein und das beschäftigt mich sehr. Über viele Jahre hindurch habe ich versucht die Dinge positiv zu formulieren und die Lernaufgaben hinter den Dingen zu erkennen, sodass es mir nun richtig schwer fällt die Dinge klar beim Namen zu nennen die ich gerne ablegen möchte, weil sie in meinem Leben keinen Raum mehr haben sollen. Aber ich hab ja noch fast zwei Tage Zeit.

ESP Villavante, Donnerstag der 30.7.2015, 32 km