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Santiago hat mich wieder

Ja, Santiago hat mich wieder in seinen Bann gezogen!

Gestern war ich noch bis Mittag mit meiner Superhirn-Hospizdamenrunde konzentriert beim Arbeiten und es macht mir jeder Moment Freude mich für unser Thema Hospiz und Palliative Care zu engagieren! Darum verwundert es mich wie schnell ich aussteigen kann um mich anderen Lebensthemen hinzugeben. Ein kurzer Stau, eine verpasste Ausfahrt, der Ärger über meinen Geiz (warum muss ich mir auch ein Parkticket für den Flughafen über das Internet bestellen. ?..nur weil es um 60 Euro billiger ist und ich es dann persönlich auf irgendeiner Raststelle, die ich nicht gleich finde, abholen muss…) reicht aus um mich in eine völlig andere Welt zu katapultieren.

Schlussendlich war ich sogar rechtzeitig am Flughafen. Sepp hat mich dort erwartet und wer ihn kennt, weiß welch großes Opfer er für mich bringt, dass er an einem Tag gleich zweimal mit einem Flieger startet und landet. Bis dahin hat er kein einziges Wort darüber verloren aber in Schwechat war ihm die Not dann doch ins Gesicht geschrieben.

Als wir über Spanien geflogen sind hab ich kurz überlegt, ob das wirklich das gleiche Land ist, dass ich letztes Jahr durchwandert habe. Das sieht im Mai ganz anders aus – so unglaublich grün hab ich mir das nicht vorgestellt!

Der erste Blick auf die Stadt war schon emotional. Die Fahrt in die Stadt, das Wiedererkennen von Orten die mir schon bekannt sind und dann das Hotel an einem guten Platz in der Stadt hat das Herz erfreut. Aber dann der Weg zur Basilika – wie ein kleines Kind das ungeduldig herumhoppst, bin ich mir vorgekommen. Als wir dann vor der Basilika gestanden sind, sind wieder Tränen geflossen – Freude an der Erinnerung und Freude das nun mit Sepp erleben zu dürfen!

Heute in der Messe ging es mir ganz ähnlich. Es freut mich, dass mich diese Momente so tief berühren und das Lebensgefühl nach meinem langen Weg im letzten Jahr, so schnell und intensiv wieder spürbar ist. Es ist einfach unglaublich!!!! Es gibt so viele Menschen denen ich solche Momente im Leben wünsche. Es muss nicht Santiago sein, denn Santiago kann überall sein!

Wenn ich die Pilger den großen Platz beschreiten sehe, den Stolz und die Freude in ihren Augen lese und das Pilgerleben und die Verbindung untereinander wieder erspüre, bin ich richtig neidisch auf die Zeit die sie gerade hinter sich haben. Wie gut, dass unser Weg morgen mit den ersten Schritten gegen Westen zu beginnt – ich freu mich schon soooooo!