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Regen = Sepp‘s Segen

Die Wetterprognose hat zum Glück nicht gehalten, aber zumindest 2mal sah es nach Weltuntergang aus. Aber mutig sattelten wir in Bern unsere Pferde, fuhren mit der Bahn zurück nach Interlaken um uns wieder auf den Weg zu machen. Am Morgen taten uns die Hufe gar nicht weh – eine Pause tut schon gut!

Beim letzten Mal 2015 habe ich mir hier ein Fahrrad ausgeborgt – der größte Flopp auf meinem langen Weg. Wie dankbar bin ich heute, dass wir zu Fuß gehen. Es wird für einige Tage unser letzter Tag an einem See sein. Der Thunsee ist etwas wärmer als der Brienzsee, aber mit baden war heute nix. Gleich nach einer Stunde kam ein richtiger Sturm auf. Die ganz frisch entwurzelten und umgestürzten Bäume waren nicht gerade beruhigend und do stürmten wir gemeinsam mit einem anderen Pilger ein Hotel. Bei Kaffee und Kipfli lassen wir den Sturm weiterziehen. Zur Überraschung treffen wir den Hotelkoch aus Deutsch Wagram der hier verheiratet ist und sich freut niederösterreichisch zu plaudern. So bekommen wir ein paar Tipps in der Region. Aber das Wichtigste haben wir vergessen ihn zu fragen: “warum gibt es in der Schweiz keine österreichischen Weißweine?“ Wir haben bisher auf fast jeder Weinkarte einen Rotwein aus Österreich gefunden aber keinen einzigen weißen. Warum ist das so???

Nach dem ersten Anstieg hinauf zu einer Tropfsteinhöhle (die wir nicht besichtigt haben, weil wir uns keine halbe Stunde anstellen wollten) und einem Wasserfall haben wir beschlossen zu Hummeln und sind lieber am Uferweg entlang gegangen, anstatt dem auf und ab des Jakobsweges zu folgen.

Geht man hier am See entlang wird man ob der schönen Villen und alten Hotels nicht mit dem Staunen fertig. So wunderschöne Bauten mit Verzierungen die sich heute niemand mehr leisten möchte und wahrscheinlich weder bezahlen noch machen könnte. Schade, dass ganz vieles verfällt oder nicht restauriert wird. Der Tourismus ist schon noch eine wichtige Einnahmequelle aber an der Größe der alten Hotelanlagen merkt man, dass die beste Zeit hier vorbei ist. Man versucht umzubauen auf Wohnungen, aber selbst da bleibt vieles frei.

Ein paar Häuser haben mit den schwarzen Regenwolken am Himmel ausgesehen wie Filmkulissen für Horror- und Geisterfilme. Eine Szene wollten wir gerne drehen, denn Sepp wollte immer schon einmal König sein:

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Thun, 2019-08-11, 27km