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Ok, ich geb es zu

Die letzten beiden Tage mit Sepp in Salzburg haben nichts mit einem anstrengenden Pilgerleben zu tun gehabt. Wir haben es uns richtig gutgehen lassen und die Fürsorge meines Mannes hat mich von Herzen gefreut. Wir hatten viel Spaß, denn Sepp ist jemand der sich an Kleinigkeiten freuen und ereifern kann. Z.B. glaube ich nicht,  dass der Aufseher im Dommuseum schon oft gefragt wurde, warum die Spalten zwischen den Steinen am Balkon mit Zinn ausgegossen sind. Wir haben den Kapuzinerberg erobert und ich war an Orten die mir in 20 Jahren Werktagung verborgen geblieben sind.

Nach zwei wunderschönen Tagen in Salzburg hat mich Sepp heute Morgen mit dem Auto an den Stadtrand von Salzburg gebracht. So habe ich mir ca. 7 Kilometer quer durch die Stadt, bis hinter den Flughafen, erspart. (Aber die sind wir locker am Wochenend durch die Stadt gelaufen: vom Festspielhaus zum Mirabellgarten, von der Terasse am Stein zu den Salzburger Nockerln und weiter zum nächsten schönen Platzerl.)

Am kurzen Weg über das Kleine Deutsche Eck durfte ich mich an einem Telefonat mit einer lieben Kollegin aus dem Pfarrgemeinderat erfreuen. Es freut mich, dass so viele Anteil nehmen an meinem Weg. Ich merke, dass viele von euch dadurch angeregt werden über ihr eigenes tun und denken auf eine andere Art und Weise nachzudenken.

Zum ersten Mal habe ich heute unsere Staatsgrenze überschritten. Der Weg durch Bad Reichenhall hat mich sehr an meine Jugendzeit im Kurort Baden erinnert und ich war so in Gedanken, dass ich ganz darauf vergessen habe zu fotografieren.

Entlang der Saalach ging es zurück nach Österreich und nach 32 Kilometern fühlen sich meine Fußsohlen heute heiß, wie frisch vom Grill, an.  Ich bin froh, dass ich schon am Vormittag ein Zimmer reserviert habe, denn hier ist bis Mitte Mai absolute Nebensaison und alle Gasthöfe und Hotels haben zu. Das beunruhigt mich auch für morgen, denn auch die Wettervorhersage sagt gar nichts Gutes. Da auch Sturm bis 120 km/h angesagt ist, weiß ich noch nicht was ich mir für morgen vornehmen soll, denn ich möchte vorsichtig sein und nichts unnötig riskieren. Ich hoffe, dass ich morgen dann die richtige Entscheidung treffe.

AUT Unken, Montag der  27.4.2015, nach 32 km