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Ohje mir ist schlecht

Um 6 Uhr wollte ich los. Als ich aus dem Bad kam dachte ich, dass die im oberen Stock noch tanzen. Doch hallo, es gibt ja keinen oberen Stock. Das war der Regen der an den Dachflächen trommelte – ein riesen Gewitter ging da gerade nieder. Da bin ich doch gleich wieder in den Schlafsack für die nächsten zwei Stunden. Als die Natur dann frisch gewaschen und duftend für uns Pilger bereit war ging es los.

Leider ging mir diese Zeit dann in Astorga ab, denn in Spanien sind viele Kirchen und Museen zw. 14 und 16 Uhr geschlossen. Da ich nicht warten wollte sah ich die Kathedrale und den Bischofspalast in Astorga nur von außen. Irgendwie war das heute nicht ganz mein Tag. Das gehen war anstrengend obwohl es schön kühl war. Wahrschnlich weil ich mir irgendwo eine Magenverstimmung eingefangen habe. Sobald irgendwo im Körper ein Ungleichgewicht herrscht ist es auch mit dem eigen Rythmus und der Freude dahin. Nach 26 km habe ich für heute abgebrochen. Die Herbergsmutter hat vegetarisches Essen gekocht und auf meinen Wunsch hin gab es eine gute Kartoffelsuppe – ich hoffe das hilft mir! Der morgige Tag ist schon ein ganz besondere – ich wünsche mir sehr, dass ich mich wieder richtig gut fühle.

Der heutige Tag ist so ein richtig gutes Beispiel dafür, dass die eigene Schwingung auch das beeinflusst was man wahrnimmt. Ich hab noch nie am Weg soviele jaulende, angekettete Hunde gesehen. Neben den Straßen und Wegen war heute, so schien es mir, besonders viel Müll. Natürlich tappte ich in eine Bar in der ich das Bestellte stehen lies weil es ekelig und alt aussah (mir war schon vorher schlecht). Beim Quartier hab ich es schon besser im Griff gehabt und mich an den Heiligen Antonius erinnert und ihn gebeten was schönes für mich zu finden – Danke!

Nun gehe ich ganz zeitig ins Bett, das hilft immer, denn gescheite Gedanken kommen heute eh keine mehr.

ESP Murias de Rechivaldo, Freitag 31.7.2015, 29 km

PS: als ich die Fotos einspielte ist mir aufgefallen wieviele schöne Momente an diesem Tag auch dabei waren – aber als ich den Text geschrieben habe kam mir alles, naja fast alles, von diesem Tag schlecht vor. Gott sei Dank passiert sowas nur am Jakobsweg – ha, ha!