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Nein, langweilig ist mir nicht

Der heutige Tag hat für gestern mehr als entschädigt!!! 27 Kilometer entlang der Traun direkt am Wasser bei strahlendem Sonnenschein. Das einzige worüber ich mich beschweren könnte ist der Sonnenbrand auf der Nasenspitze. Aber es war nicht heiß, weil ein angenehmes Lüftchen wehte, noch keine einzige Mücke, kaum andere Menschen unterwegs,…und meine erste Schlange hab ich auch schon erschreckt!

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Hier mein Rastplatz zu Mittag. So viele schöne Steine die man am Kellergassenfest brauchen könnte um die Tische zu nummerieren – aber nach kurzer Überlegung beschließe ich doch keine mitzunehmen.

Noch ein Geschenk zum Tag: der Rücken und Nacken hat heute erst nach 20km zum ersten Mal weh getan. Diese Schmerzen waren bisher am schlimmsten. Ich hab Gott sei Dank keine Blasen an den Füßen, nicht einmal rote Druckstellen, aber die Schultern sind von der vielen Arbeit am PC einfach nichts gewöhnt gewesen. Nun scheint das besser zu werden und ich habe das Gefühl, dass sich mein Körper an das Gehen gewöhnt und ich meinen eigenen Rythmus finde.

Den ganzen Tag über beschäftigt mich die Frage von Matthias ob mir denn nicht langweilig ist. Nein, denn die ganz alltäglichen Dinge, die Gegenwart, bekommen mehr Bedeutung. Ich habe heute ein Weckerl mit den Enten geteilt und mich gefragt, wann ich das wohl zum letzten Mal gemacht habe. Es ist eine gefühlte Ewigkeit her „als unsere Kinder klein waren“ fällt mir ein, also ca. 20 Jahre ist es her. Warum ist es möglich, dass ich solange keine Gelegenheit genutzt habe um das zu tun? …und habe ich mich dafür wirklich bewusst entschieden?  Es hat mir nicht gefehlt, aber hätte es mir nicht trotzdem gut getan?

Ich seh ganz viele frische Maiglöckchenblätter, ganz wenige sieht man schon mit Blütenansätzen – wie lange wird es wohl noch dauern bis ich an der ersten Blüte  schnuppern kann? Aber immerhin kann ich mich noch erinnern wie sie riechen, also ist doch noch nicht Hopfen und Malz verloren.

Ich grüße zwei Frauen die auf einer Bank sitzen. Sie sprechen nicht unsere Sprache und eine von ihnen weint. Warum wohl und was könnte ich tun um in dieser Situation Kraft zu geben?

Ich rufe einen mir ganz lieben Menschen an um ihm zum Geburtstag zu gratulieren und Merke im Gespräch, dass ich mich im Datum geirrt habe. Dazu meint er: „egal, ich bin ja nicht abergläubisch. Im Gegenteil, ich bemühe mich jeden Tag meinen Glauben zu stärken. ….“ In diesem Moment liegt dieses Glöckchen vor meinen Füßen. Ich beschließe es an meinen Rucksack zu hängen damit es mich erinnert meinen Glauben zu stärken. Bin gespannt wie lange es mit mir auf Reisen ist.

Schuh_1

Sovielmal Pflanzen am Weg die ich nicht benennen kann. Irgendwann mal ging das schon besser. Alles was ich über Pflanzen weiß, weiß ich von unserem Vater, aber vieles von dem hab ich vergessen. Er hat uns beigebracht in und mit der Natur umzugehen.  Danke Papa!

Nein, langweilig ist mir nicht!

AUT Lambach, Montag der 20.4.2015, 27 km