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Muss warten bis die Seele nachkommt

Welches Pferd hat mich getreten, dass ich gleich nach dem Jakobsweg für ein paar Tage in die Stadt Madrid fahre. Das mag schon eine recht schöne Stadt sein, aber ich glaube, dass ist dort wo ich gerade nicht bin. Ich hab mich den ganzen Jakobsweg nicht so einsam gefühlt wie jetzt und hier. Gefühlte Millionen an Touristen rund um mich und doch jeder für sich. Die meisten schauen drein als wären sie in einem Straflager. Dazwischen arbeitende Menschen die sich abwurschteln und soooo viel Armut, Schwarzmarkt und Bettler, dass es fast körperlich weh tut wenn das Herz so offen ist. Ich glaube ich brauche eine Zeit um das wieder besser auszuhalten.

Ich denke darüber nach, wer von denen die ich am Weg weiß, jetzt wohl wo sein könnte. Ich wünsch mir meinen Mann her, damit er mir im Großstadtgetümmel einen Rast- und Jausenplatz sucht, denn er findet immer die schönsten Plätze. Und ich freu mich auf die Menschen die ich hier kennen und treffen werde. Ich hab echt Mühe so rasch wieder einen anderen Lebensrythmus zu finden. Aber ich glaube das Schreiben und die Pimietos de Padron wirken schon positiv. 😉

Jetzt melde ich mich einmal beim Kongress an wo ich dann bis Samstag teilnehme und treffe mich dann heute noch mit meiner Pilgerfreundin. Leider liegt mein Hotel ungünstig und ich habe weite Wege. In der Metro bin ich eingeschlafen – ob das ein Selbstschutz war?

Im Laufe des Tages trudelten dann die Bilder der Pilgerfreunde ein. Das Treffen mit der Pilgerfreundin aus Kärnten hatte natürlich nur ein Thema und wir verzogen uns in eine stille Seitengasse um dort auf unsere Seelen zu warten die anscheinend etwas länger brauchen bis sie in Madrid ankommen.

2017-05-17 Spanien, Madrid