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Kukuruz soweit das Auge reicht

Heute morgen war ich so richtig ausgeschlafen: kein Fest vor dem Fenster und angenehm kühle Luft. Da hat es gar nicht gestört, dass man ab und zu das Gefühl hatte der Sattelschlepper würde durchs Zimmer fahren, denn mein überteuertes Quartier lag direkt an der Bundesstraße. Aber das war wirklich nicht schlimm. Bei den Herbergen ist der Preis meistens in Ordung, manchmal fühlt man sich beschenkt und ganz selten auch ausgenommen. Mir scheint es so, dass das dann eher bei den höherpreisigen Quartieren der Fall ist. Heute Nacht zum Beispiel übernachte ich etwas abseits vom Weg, bezahle €13,–, habe ein ganzes Haus für mich alleine (weil sonst niemand da ist) und habe einen großen Pool im Garten. Im Hofladen habe ich um € 10,– für heute und morgen eingekauft und koche mir jetzt was feines. So geht es eben auch!

Dafür war der Weg heute zum Schreien – ohne Übertreibung ganze 22 km nur durch Kukurzfelder. Grauenhaft langweilig und andere Pilger waren auch nicht zu finden. Der einzige Trost war, dass es stark bewölkt und angenehm warm war, denn in der prallen Sonne wäre ich wahrscheinlich Amok gelaufen. Dazwischen schrecklicher Gestank von Gänsefarmen, die so aussehen als würden sie die zwischen den Feldern verstecken. An Weglreuzungen treibt der Wind dann die Gänsefeder zusammen – schaut auch nicht grade gut aus. Es war mir nicht möglich einen schönen Jausenplatz zu finden. Entweder es hat nach Gänsedreck oder Spritzmittel gestunken. Aber in der Früh hat es sogar ein paar Tropfen geregnet und gegen 16 Uhr kommt dann jeden Tag die Sonne raus.

Wenn ich ehrlich bin, dann hab ich mich heute am Weg schon einige Male gefragt, warum ich mir das antue – zum ersten Mal in dieser Häufigkeit. Der Kopf sagt: eh klar, das mußte ja mal kommen! Ich hoffe der Weg wird bald wieder schöner.

Eine Abwechslung habe ich ja noch ganz sicher auf meinem Plan. Am Freitag in einer Woche miete ich mir ein Auto um von Spanien zurück nach Lourdes zu fahren. Eine Gruppe Maria LaacherInnen sind mit unserem Herrn Pfarrer dort und ich freue mich schon sehr darauf sie wiederzusehen.

FRA Pimbo, Mittwoch der 8.7.2015, 35 km