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Es zieht nach Westen

Heute Nacht habe ich mir mit einem Ehepaar aus Paris die Herberge geteilt. So hab ich vieles über die Popularität des Jakobsweges in Frankreich erfahren. Es ist eher ein Volkssport geworden und hat für viele eher wenig mit Spiritualität zu tun. Trotzdem hat das Thema Religiösität dadurch einen höheren Stellenwert erhalten, meinten diese beiden.

Am Morgen hat es sogar für einige Stunden geregnet und es war dann den ganzen Tag über bedeckt und kühl – wunderbar zum Wandern. Doch wie es so manchmal im Leben ist, scheinen die Dinge nicht richtig zueinander zu kommen: heute wären es viele sehr schattige Teile am Weg gewesen. Am Nachmittag als ich dann schon müde war habe ich mir eine Pause auf einem Dorfplatz gegönnt und Kindern lange beim Spielen zugesehen. Es war so entspannend und lustig und kommunikativ – viel besser als fernsehen!

Ich bin nun im Baskenland wo man sich seiner Tradition sehr bewußt ist. Man merkt einfach, dass die Menschen hier Wert darauf legen. Die kleine Stadt St. Palais ist wunderschön und ich freue mich jetzt schon sehr darauf, morgen den vorläufig letzten Tag in Frankreich zu sein. Mein Respekt vor der Bergetappe am Montag veranlasst mich dazu morgen mal einen kurzen, gemütlichen Tag einzulegen und mir ein paar Kilometer zu erschummeln.

FRA St. Palais, Samstag der 11.7.2015, 35 km