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Eine Kreuzung am Weg

Nun wird mir die Zeit zu wenig um ausführlich zu schreiben. Nach der Nacht in der Gite beim Italiener waren wir leicht gerädert, denn zwei Megaschnarcher haben mit uns das Zimmer geteilt – da nützen auch die besten Ohropax nichts. Doch die Vorfreude auf das Wiedersehen mit Sepp lies den Weg ganz leicht werden. Als Tüpfelchen am i lag direkt am Weg ein ganz besonderes Lokal: ein wunderschöner Garten mit Liegestühlen, Schattenplätzen, Tische mit Tischdecken, … alles sehr sauber. Wir müssen ins Haus um uns bemerkbar zu machen (auch das hab ich von meiner lieben Pilgerfreundin gelernt) und es erwartet uns eine köstlich duftende, noch warme Apfeltarte. Na da lassen wir uns nicht zweimal bitte und genießen eine lange Kaffeepause. Danach geht es beschwingt hinein nach Figeac, wo ich ein schönes Quartier gebucht habe. Da wir schon um 14 Uhr da sind, wollen wir noch Einkäufe erledigen.  Doch das ist an einem Montag in Frankreich fast nicht möglich, da fast alle Geschäfte zu haben. Unsere Stöcke klappern schon, darum wollen wir neue Stöpsel kaufen, doch das geht nur im 10 km entfernten Sportgeschäft – also nicht für uns, denn zweieinhalb Stunden Gehzeit sind uns dann doch zuviel.

Sepp hat mit seinem Mietauto mit deutschem Navi gut hierher gefunden und wir beide besuchen den faszinierenden Ort Rocamadour. Die in den Felsen gebaute Stadt fasziniert uns mit ihren Kirchen und Gassen und es ist wirklich ein würdiger Start für unsere gemeinsame Zeit am Jakobsweg. Ich freu mich sehr, dass mit Sepp gemeinsam zu sehen. Wo ich mir doch ganz sicher bin, dass es in den nächsten Tagen auch vieles im Pilgerleben geben wird, dass so gar nicht nach seinem Geschmack sein wird.

Wir lassen den Abend noch in einer Bar ausklingen. Meine liebe Pilgerfreundin aus der Schweiz ist am Nachmittag umgezogen, da ihr Quartier nicht gepasst hat und sie hat mir ein Geschenk mitgebracht. Dreimal dürft ihr raten – genau: Stöpsel für die Stöcke! Danke meine Liebe für die gemeinsamen Tage, die Gespräche, das Lachen, deine Fürsorge und das, was ich durch dich lernen durfte! Nun trennen sich erst einmal unsere Wege und ich bin gespannt wann und wo wir uns wiedersehen.

Der Dienstag war dann für Sepp der erste Tag mit Rucksack und so. Klar waren wir beide aufgeregt. Doch vorher mussten wir noch das Auto zurück geben und gingen daher erst spät los. Unser erstes Quartier war superschön bei netten Menschen. So viel der Start leicht.

Auch die paar Wolken am Himmel und das neu gebaute französische Haubiversum am großen Kreisverkehr neben dem Weg nahmen wir dankend an. Mit Sepp am Weg nehme ich Dinge wahr die mir die letzten 1700 km nicht aufgefallen sind. Er rechnet mir Sachen aus über die ich bisher nicht nachgedacht habe und er findet die besten Picknikplätze. Das Treiben in der Herberge lässt ihn staunen. So haben wir den ersten Tag gut hinter uns gebracht und freuen uns darüber zusammen zu sein.

FRA Figeac, Montag der 22.6.2015, 25 km
FRA Gréalon, Dienstag der 21.6.2015, 24 km

PS: Jetzt gibt es endlich eine Bildergalerie, wo ihr ganz einfach durch die Fotos durchblättern könnt (auch in den älteren Beiträgen)!