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Den 30er geknackt

Und das gleich zweimal!

An die großen Schlafsäle in den Herbergen und den anderen Schlafrythmus muss ich mich erst wieder gewöhnen. Wenn ich einmal schlafe höre ich garnichts mehr. Aber bis ich einschlafe dauert es. Entweder ich muss länger gehen oder mehr trinken, damit ich besser einschlafe.

Am Camino Portugues sind viel Erstpilger unterwegs, da er der einfachste Weg ist. Die sind alle noch sehr motiviert und starten um spätestens 7 Uhr. Weil dann der Wirbel in der Herberge schon sehr zeitig losging bin ich noch zur ersten Messe zurecht gekommen, die um 7:30 Uhr beginnt. Ich war die einzige Pilgerin in der vollen Kirche. Interessant ist die Kirchenmusik. So wie der Fado klingt alles sehr traurig, sogar das Gloria und das Halleluja. Dafür ist der Friedensgruß, ihr wisst dass er mir sehr am Herzen liegt, sehr herzlich mit Umarmung und Kuß – ich wurde herzlichst miteingeschlossen.

Der Papstbesuch wird hier groß vorbereitet. Der Priester hat bei den Verlautbarungen ganz lange davon gesprochen. In jeder kleinen Bar – bei uns Kaffee – gibt es mindestens 2 Bildschirme die immer laufen. Normalerweise laufen da zwei verschiedene Sender mit Fußball. Heuer läuft einmal Fußball und einmal Papst, parallel – als wäre das das normalste auf der Welt. Es sind auch ganz viele portugiesische Pilgergruppen am Weg nach Fatima unterwegs.

Der Weg im Landesinneren geht durch viele kleine Orte und recht wenig unbesiedeltes Gebiet. Weil es einfach gut war habe ich ein paar kleine Umwege zu netten Plätzen genommen. Somit habe ich heute die 30km-Grenze geschafft, bin aber doch wieder in einer großen Herberge, denn die letzten Kilometer gingen in der prallen Sonne bergauf. Ich habe die Sonne unterschätzt. Die 32 Grad in der Sonne haben meiner Haut nicht gut getan. Sie ist heiß und rot, doch verglichen mit anderen hier bin ich ganz gut davon gekommen. Im Zimmer sind 10 Stockbetten und einige bekennende Schnarcher. Zur Sicherheit sind die Ohrstöpsel heute in Reichweite.

Portugal, Portela de Tamel, 31km