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Am Mittelpunkt der Schweiz

So spät wie heute sind wir ja noch nie weggekommen, stellt euch vor 9 Uhr! Aber nur weil wir erstens wussten, dass wir heute eine kurze Etappe vor uns hatten und zweitens das Quartier vorbestellt war.

Ganz entspannt bei schönem Wetter haben wir den Vierwaldstättersee hinter uns gelassen. Moderates, langes bergauf wandern führt uns über Höhenwegen zu einem Pilgerhüttli, dass mich auch schon 2015 durch die liebenswerte, unaufdringlich Gastfreundschaft beeindruckte. Wenn jemand jeden Tag, über Jahre hindurch, für Pilger frischen Kaffee kocht, sauber macht und Getränke, Eis und Schoki nachfüllt und davon bestimmt nicht reicht wird, so gehört denen ein Orden verliehen. Das tut der Seele so gut! Fein säuberlich liegt da auch der Stoß der Pilgerbücher und wieder suchen wir meinen Eintrag von damals – erfolgreich! Von dort an ist heute ein junger Mann, der vom Bodensee kommt, mit uns gegangen. Pilgerbekanntschaften sind ein Geschenk: sich mit interessanten Menschen auszutauschen, deren und die eigenen Gedanken ungezwungen und absichtslos zu teilen bringt eine Form der Lebensqualität, die man nur beim Pilgern in dieser Intensität erleben kann.

An diese Tagesetappe aus 2015 erinnere ich mich noch ganz genau. Es ist der Weg nach Flüeli-Ranft wo Nikolaus von der Flüe gelebt und gewirkt hat. Bruder Klaus, wie er hier genannt und verehrt wird, ist der Nationalheilige und daher ist dies ein ganz besonderer Ort für die Schweizer. Als ich mich 2015 auf den Weg gemacht hatte, war das auch die Zeit als unser Altpfarrer um seine Pensionierung angesucht hat. Ich habe versprochen den großen Wunsch unserer Pfarrgemeinde nach einem neuen, eigenen Priester für Maria Laach mitzunehmen. Als ich damals auf Flüeli-Ranft zuging leitete mein Telefon und ich höre unseren Altpfarrer sagen:“Sonja, wir kriegen einen neuen Pfarrer. ….. Kannst schon heimkommen!“ Das war eine große Freude.

Ich bin trotzdem weitergegangen bis Spanien, sicherheitshalber – man weiß ja nie! Eine der schönsten Erinnerungen an diese Zeit ist die geduldige und fürsorgliche geistliche Begleitung meines Weges von unserem Altpfarrer. Jeden Samstag erreichte mich sein Anruf wo er sich nach meinem Weg erkundigt hat. Sein Zuhören und sein Segen hat mich unendlich gestärkt. Dafür werde ich so lange ich lebe sehr, sehr dankbar sein!

Sepp und ich sind heute noch bis Sachseln an den See gewandert und zum Abschluss des Tages eine Runde im See geschwommen – ein richtiger Urlaubstag!!!

Sachseln, 2019-08-08, 20km und 900 Höhenmeter