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Am ersten Schweizer See angekommen

Der Morgen mit Sepp begann, wie fast immer, viel zu früh für mich. Wer mich kennt weiß, dass vor 9 Uhr eigentlich nichts mit mir anzufangen ist. Erst bin ich still bis ich fähig bin meinen Körper zu steuern, dann schnappt ein Riegel ins Mundwerk ein und völlig überflüssige Lautäußerungen verlassen meine Kehle und dann folgt ein beim bergauf Gehen recht hilfreicher Zustand: ich ergebe mich dem Schicksal und trotte hinter Sepp nach. Es hat zwar nicht bis ganz oben angehalten, war aber hilfreich.

An diese heutige Wegstrecke erinnere ich mich noch sehr gut: da sind 2015 meine beiden Schwestern und eine liebe Freundin mitgegangen und wir hatten den ganzen Tag Regen, Kälte und Nebel. Erst heute hab ich gesehen wie schön es hier ist. In einem Pilgerhüttli das uns damals eine sehr lustige Pause verschafft hat könnte ich noch den Eintrag von damals finden und hab natürlich heute einen dazugefügt. Damals haben wir uns Glühwein herbeigesehnt, heute hat das Eis als Frühstück gut gepasst.  Beitrag von 2015

Ich bin schon so entschleunigt, dass ich mich beim Schreiben ins Pilgerbuch gewundert habe, dass heute schon drei Einträge vor uns da waren 🙈 entsetzt: ich bin einen Tag hinten und hab so ein paar rechtzeitige Geburtstagswünsche vermasselt.

So ein schöner Flecken Erde! Warum sind fast alle die hier eine Gaststätte haben derzeit auf Urlaub. Auf ganz vielen Betrieben steht Ferien. Aber auch Priester scheinen zu urlauben und so kamen wir in einer kleinen Dorfkirche gerade rechtzeitig zur Messe mit einem Aushilfspfarrer. Welche Freude! Eine wunderschöne Predigt, nach der Prdigt Zeit zum Nachdenken während die Orgel „Von Guten Mächten“ instrumental spielt, ein Priester der bei Wandlung und Kommunion die Menschen rund um den Altar stark miteinbezieht und eine junge Organistin die sich über den spontanen Applaus der wenigen Kirchenbesucher sehr gefreut hat. Zum Auszug hat sie uns ein Stück geschenkt, dass uns sehr beschwingt volkstümlich in den Sonntag geschickt hat. Klar fallen zwei so Exoten wie Sepp und ich da auf – welch schöne Gespräche!

Am Nachmittag ist es dann fast unerträglich heiß geworden und mit vertauschten Rollen trabten wir, wenig gesprächig, am Radweg nach Rapperswil. Sepp mag es nicht wenn die Sonne herunter brennt. Ob es so eine gute Idee war den Radweg neben der Straße zu nehmen sind wir nicht sicher. Er ist zwar kürzer mit weniger Steigungen aber nicht wirklich attraktiv.

Ob wir uns morgen einen Pausentag gönnen?

Rapperswil, 4.8.2019, 24km mit wiederum vielen Höhenmetern und Hitze